Spekulationen um Schuster reißen nicht ab
Von Tobias Schneider
Madrid - Burgfrieden bei Real Madrid? Von wegen!
Noch am Montag hatte Real-Sportdirektor Predrag Mijatovic auf einer Pressekonferenz felsenfest versichert, an Coach Bernd Schuster trotz der sportlichen Talfahrt festhalten zu wollen.
Schuster habe in den vergangenen Wochen lediglich "ein bisschen Pech mit den Ergebnissen gehabt. Der Präsident und die ganze Klubführung inklusive mir haben volles Vertrauen in den Trainerstab. Schuster leistet hervorragende Arbeit," lobte Mijatovic den Real-Trainer über den grünen Klee.
Hinter den Kulissen wird aber weiterhin kräftig die Demontage des "Blonden Engel" betrieben.
Absage von Benitez
Das Bekenntnis zu Schuster ist scheinbar der Tatsache geschuldet, dass sich die Real-Bosse schon einige Absagen eingefangen haben.
Wie die spanische Sporttageszeitung "Marca" und ihr italienisches Pendant "Gazzetta dello Sport" übereinstimmend berichten, war Liverpool-Coach Rafael Benitez erste Wahl für den Trainerposten.
Der Spanier sagte den Madrilenen jedoch ab. Kein Wunder, schließlich stehen die "Reds" punktgleich mit Chelsea an der Tabellenspitze der Premier League und liegen voll auf Meisterkurs.
Gezerre um Ancelotti
Nach der Absage von Benitez haben die Real-Verantwortlichen der "Marca" zufolge ihre Fühler direkt nach Carlo Ancelotti ausgestreckt, der seit sieben Jahren die Geschicke des AC Mailand lenkt.
Der Vertrag des Italieners läuft noch bis 2010, die "Rossoneri" sind verständlicherweise nicht daran interessiert, ihren Coach mitten in der Saison abzugeben und ein Vakuum entstehen zu lassen.
Milan-Vizepräsident Adriano Galliani dementiert in der "Gazzetta" den Abwerbeversuch Ancelottis ähnlich wie den von Angreifer Andrij Shevchenko zuletzt:
"Ancelotti ist wie genauso wie Andrej Shevchenko an Milan gebunden. Von Real gab es keine Anfrage", sagte Galliani und schob damit auch Gerüchten einen Riegel vor, wonach die "Königlichen" den ukrainischen Stürmer als Ersatz für den langzeitverletzten Ruud van Nistelrooy auf Leihbasis ins "Estadio Bernabeu" holen werden.
Galgenfrist bis Samstag?
Am Samstag erwartet Real vor heimischer Kulisse den Tabellenvorletzten aus Huelva (Teamseite) .
Bis dahin wird es den Real-Bossen vermutlich nicht mehr gelingen, einen Nachfolger aus dem Hut zu zaubern.
Ein erneute peinliche Schlappe wie vergangene Woche beim 0:1 gegen Valladolid würde Schuster beim spanischen Rakordmeister wohl untragbar machen, ein Sieg seine Entlassung vermutlich nur hinauszögern.
Calderon will Exempel statuieren
Denn: Der mächtige und keinesfalls unumstrittene Real-Präsident Ramon Calderon will am 7. Dezember auf der Delegiertenversammlung angesichts der sportlichen Krise ein Zeichen setzen.
"Es wird kommen, wie es kommen muss. Sicher ist nur der Tod."
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